Zeitliche Veränderungen der circadianen Rhythmik beim Clusterkopfschmerz-Syndrom

Zeitliche Veränderungen der circadianen Rhythmik beim Clusterkopfschmerz-Syndrom

Liebe Freunde,

ich las kürzlich eine koreanische Arbeit, die sich mit der Veränderung der Rhythmik beim CKS befasst.

Wir wissen seit langem, daß die vielbeschriebene Rhythmik beim CKS Änderungen unterworfen ist. Wenn diese Änderungen auftreten, dann kann das viele Patienten ganz außerordentlich beunruhigen, weil sie befrüchten, es könne zu einer Chronifizierung des CKS kommen.

Tatsächlich können sich die Zeitmuster von Episode zu Epsiode ändern. Dieser Sachverhalt wird nun durch die koreanische Arbeit belegt, die ich deshalb hier zusammenfassen möchte.

Von 175 Patienten in ihrer aktiven CKS-Episode zeigten 86 (49,1%) eine circadiane Rhythmik in der aktuellen Episode.

Das Vorkommen der Rhythmik in der aktiven Epsiode war für die Entwicklung der Erkrankung ohne Belang. 63 Patienten (46,3%) von 136 Patienten, die schon mehr als zwei Episoden erlebt hatten, berichteten über Änderungen der Rhythmik von Episode zu Episode.

Im frühen Stadium der Erkrankung war die Hauptauftretenszeit der Attacken gleichmäßig über den Tag verteilt. Mit zunehmendem Lebensalter verbunden mit der Steigerung der Episodenanzahl teilten sich jedoch die Attacken auf und gruppierten sich in den Schlaf und die Mittagszeit.

Betrachtete man die beiden Gruppen nächtliche Attacken und Tageszeitattacken, so traten die nächtlichen Attacken vorwiegend zu Beginn der Erkrankung auf, während die Tagesattacken mit zunehmender Krankheitsdauer zunahmen (bis zum 7. Zehntelsegment, also ab dem 60. Lebensjahr) und danach wieder abnahmen.

Die Autoren kommen zu dem Schluß, daß circadiane Rhythmik beim Clusterkopfschmerz-Syndrom keine feststehende Größe ist, sondern sich im Laufe der Erkrankung ändert.

Kommentar: Ich finde diese Arbeit sehr wichtig, weil sie beweist, daß CKS nicht konstant ist. Vor diesem Hintergrund muß man sich auch die Frage nach der Wirksamkeit von Medikamenten stellen. Immer wieder wird berichtet, daß Medikamente, die in einer früheren Episode geholfen haben, in der aktuellen Epsiode nicht mehr helfen.

 

 

Kontakt:
Dr. Harald Müller
eMail harald.mueller@clusterkopfschmerz.de
Bundesverband der
Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppen (CSG) e.V.
Clemensstr. 37, D-52525 Waldfeucht